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Zehn Jahre Heimat im Haus Ruhrnatur

Als sich der BUND mit einer eigenen Kreisgruppe in Mülheim an der Ruhr im Jahr 1983 gründete, ergab sich die Notwendigkeit, monatliche Arbeitstreffen zu organisieren. Es dauerte geraume Zeit, bis sich im Recyclinghof an der Georgstraße ein Zimmer anbot, - im Winter ungeheizt. Danach wechselten wir nach Dümpten in den Lagerraum unseres Kassenwarts Maler Moog, aber das war ja auch nicht besonders gemütlich zwischen den Farbeimern zu sitzen. Schließlich wanderten wir mit unseren Treffen durch einige Lokale des Stadtgebietes. Inzwischen hatten sich bei den Arbeitsgruppen umfangreiche Aktenberge angesammelt, Vorgänge und Verfahren mußten bearbeitet werden. Alles wurde zur Not im Schlafzimmer auf dem Kleiderschrank verstaut. Dies waren keine guten Arbeitsbedingungen und bei den Ehe- und Lebenspartnern gab es dafür nur wenig Verständnis. Telephonisch waren wir auch nicht erreichbar, denn der BUND war wohl in Mülheim an der Ruhr bekannt, eine Adresse jedoch hatte er nicht.

In der Vorbereitungsphase zur MÜGA wurde uns das Angebot gemacht, ein geplantes "Erdhaus" in der Saarner Ruhraue zu beziehen. So verlockend das war, Bauen in der wertvollen Saarner Aue war mit unseren Zielen im Natur- und Umweltschutz nicht vereinbar.

Da kam eine Anfrage vom Geschäftsführer der RWW, Herrn Gerd Müller, dem wir von unseren Nöten berichtet hatten, ob wir nicht Interesse an einer Besichtigung eines alten Bootshauses auf der Schleuseninsel hätten? Hatten wir. Und fanden alles ziemlich heruntergekommen und wenig ansprechend. Aber immerhin, Räume sollte es für die ehrenamtlichen Naturschutzverbände geben. Also sagten wir zu.

Nicht in unseren kühnsten Träumen hätten wir uns ausmalen können, auf was wir uns da eingelassen hatten. Bei der Eröffnung stand für uns ein freundliches Zimmer mit modernen Büromöbeln bereit, ein eigener Telephonanschluß war gelegt, jetzt hatten Akten, Materialien, Werkzeuge und Büroausstattung endlich Platz, ein PC konnte die Arbeit erleichtern: - Ein Traum!





Das Haus lag zentral, war gut erreichbar und bot außerdem die Möglichkeit, unsere Monatstreffen nach der Besuchszeit des Museums dort abzuhalten. Von den für uns bedeutsamen Ereignissen in diesen Jahren sei hier nur erwähnt:
* Kampfansage dem Müll! Wir erreichten die Einführung kleiner Abfalltonnen in Mülheim an der Ruhr.
* Die Krötenschutzaktion mit nächtlicher Sperrung in Saarn und Menden bekam endlich wirksame und bedienungsfreundliche Schranken.
* Wir setzten uns mit anderen erfolgreich für den Erhalt des Raffelbergparks ein.
* Wenngleich die Sanierung des Kahlenberghangs nicht optimal verlief, so konnten wir doch weitaus Schlimmeres dort verhindern.
* Im Hexbachtal gelang uns zusammen mit den Essener Freunden die Zerstörung eines für Naturschutz und Erholung wertvollen Talzuges zu verhindern.

Und die Aufzählung ließe sich (leider) beliebig fortsetzen.

Diese zeit- und kräftezehrende Arbeit war in den zur Verfügung gestellten Räumen des Haus Ruhrnatur besonders effektiv zur erledigen. Wenn man an einem Sommerabend vor dem Haus Ruhrnatur in Biergarten-Ambiente den neuesten Bebauungsplan unserer Stadt besprechen muß, geht das gleich viel entspannter.

Ganz wichtig für uns ist auch die gute Zusammenarbeit mit den engagierten Mitarbeitern der RWW im Haus Ruhrnatur. Ohne ihre Mithilfe gäbe es keine Kinder- und Jugendarbeit im Bereich des Naturschutzes, eine der wichtigsten Aufgaben für BUND. Aber da sind wir schon wieder bei einer anderen Erfolgsgeschichte...

Die freundliche Atmosphäre im Haus Ruhrnatur und natürlich besonders Frau Lilo Schneider als "Hüterin" des Hauses, die uns bei den Monatstreffen stets unsere Getränkewünsche auch bis weit in die Abendstunden erfüllt, haben das Haus Ruhrnatur zu einer wirklichen "Heimat des Naturschutzes" in Mülheim an der Ruhr gemacht.

Wir genießen die großzügige Gastfreundschaft für unsere Kreisgruppe im Haus Ruhrnatur sehr gerne , es »beflügelt« unsere Arbeit . Manchmal waren wir ganz anderer Ansicht, als unser Gastgeber. Er hat dies stets respektiert, wir auch!

Das Haus Ruhrnatur hat bis weit über die Grenzen der Region einen guten Namen und ist mit seiner Arbeit für die "Natur an der Ruhr" ein wirkliches Vorzeigeobjekt für unsere Stadt. Wir sind dankbar, daß wir von Anfang an mitgestaltend dabei sein durften und hoffen, es wird eine "unendliche Geschichte" .

Bund Kreisgruppe Mülheim an der Ruhr, im April 2002