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Metrorapid: so sieht es aus!

Sehen Sie selbst, was unser Lieblingssender WDR zu Thema berichtet. Wer hier noch Fragen hat, sollte nach Kalkar zum "Schnellen Brüter" fahren.

Bahnexperten zweifeln an Metrorapid - Weit über 100 Kritikpunkte

Von Stefan Lauscher

37 Seiten lang ist das Papier der Deutschen Bahn, das dem WDR vorliegt.
Und was die Abteilung "TM Magnetschnellbahn" der Berliner DB-Zentrale da in weit über 100 Einzel-Punkten als Kommentar zu der im Februar vorgelegten Machbarkeitsstudie anmerkt, liest sich wie eine einzige Ohrfeige für die Metrorapid-Planer.

Falsche Fahrgasterwartung
Die Fahrgasterwartung sei "unerklärlich hoch", schreiben die Bahn-Fachleute. Die zugrunde gelegten Betriebskosten: "sehr kritisch zu prüfen". Einzelne Bauplanungen im Essener Hauptbahnhof: "So nicht zu machen". Die berechneten Instandhaltungskosten für die Statoren, also die Antriebselemente im Fahrweg: "äußerst unrealistisch".

Schon geradezu resigniert äußern sich die DB-Experten in dem internen Papier auch zur Sicherheit des geplanten Systems. Wörtlich heißt es auf Seite 17:
Eine detaillierte Risikoanalyse ... ist fachlich nicht mehr notwendig, die Risikobereiche sind bekannt. Man könnte lediglich noch die zu erwartende Anzahl von Toten pro Fahrt errechnen.

Im Detail nicht näher ausgeführt aber damit offensichtlich gemeint: Die mögliche Gefährdung des Betriebs durch Selbstmörder oder spielende Kinder. Zwar soll die Trasse auf der gesamten Länge von Düsseldorf nach Dortmund durch Schutzzäune abgesperrt werden. Aber perfekten Schutz - z.B. an Brückenüberführungen - gibt es nicht.
Fahrgastzahlen geschönt?
Breiten Raum nimmt in der Analyse die Überprüfung der erwarteten Fahrgastzahlen ein. Auch hier äußern die DB-Experten erhebliche Zweifel an den Annahmen der Machbarkeitsstudie. Die dort berechneten Fahrgastzahlungen seien "keinesfalls nachvollziehbar", die unterstellte Fahrgaststeigerung unerklärlich hoch. Zitat:
Nicht haltbar ist zudem die Hochrechnung des Verkehrsaufkommens von einem sogenannten Normal-Werktag auf ein Jahresergebnis ... Diese Rechnung ignoriert sowohl die Gesetzlichen Feiertage als auch basiert sie auf a-typischen Pegelwerten, die nicht auf das Verkehrssystem Metrorapid übertragbar sind.

... zum Beispiel die hohe Auslastung am Wochenende in einigen Zügen durch das Schöne-Wochenende-Ticket. Unter dem Strich rechnet die Bahn mit rund 20 Prozent geringeren Einnahmen als angenommen, was im Jahr immerhin 10 Millionen Euro an Mindererlösen bedeuten würde.
Das Rätsel in der ersten Klasse
Bemerkenswertes Detail: Für die Benutzung der 1.Klasse rechnet die Machbarkeitsstudie mit Mehreinnahmen in Höhe von 12,3 Millionen DM (also rund 6 Millionen Euro). Hinweis im DB-Papier: Von einer 1.Klasse sei aber in der ganzen Studie keine Rede.

Und so geht es weiter:
Eine Fertigstellung bis Juni 2006 sei sehr unwahrscheinlich. Der Auftrag für die Fahrzeuge müsste dann wohl schon heute erteilt werden.
Bei der Fahrzeit-Verkürzung gegenüber der Vorstudie um 2 Minuten trotz zusätzlichen Halts in Mülheim gebe es zumindest Erläuterungsbedarf



Wir sehen einmal mehr unsere Position [185 KB] bestätigt.